Faschistischer Angriff auf besetzte Häuser Marchstraße/Einsteinufer (Berlin-West) zurück geschlagen?!

– aus BesetzerInnen-Zeitung, Nr. 2, vom 29 August 1990 –

BesetzerInnenZeitung, Nr. 2 vom 29.08.1990
BesetzerInnenZeitung, Nr. 2 vom 29.08.1990

Am Samstag, den 25.8. griffen ca.6 Neonazis um 0.30 Ohr das besetzte Haus Marchstr.23 an. Sie bewarfen die Bewohnerinnen mit Pflastersteinen und Flaschen, zerstörten einige Fenster. Als die Bewohnerinnen sie entlang des Einsteinufers verfolgten, wurden sie aus einem Hinterhalt von weiteren 9 Faschisten mit Eisenstangen, Baseballkeulen und CS-Gas angegriffen. Dabei wurden 2 Bewohnerinnen verletzt. Trotzdem gelang es die Neonazis mit Hilfe einiger „ausländischer“ Passantinnen zurückzuschlagen. Die Gruppe flüchtete, unbehelligt von einer inzwischen eingetroffenen Polizeistreife, mit 2 wahrscheinlich Westberliner Militärgeländewagen entlang der Cauerstr. in Richtung Otto-Suhr-Alle. Es waren Glatzen mit Bomberjacken, sowie Faschos mit HJ-Schnitten und Hemden, alle Mitte 20, z.T. waren sie mit Kapuzenpullis vermummt. Geflohen sind sie mit u.a. einem Kübelwagen(eckiger Jeep) mit ockerfarbenen Flecken auf olivgrünem Untergrund(Wüstentarnung), der ein W- Berliner Kennzeichen hatte.

Nach dem Angriff erfuhren wir von einem Anwohner aus dem Einsteinufer, daß sich schon gegen 20.00 Uhr ca. 10 Faschos am Kanal(Einsteinufer) aufgehalten haben, da wo sie nachher hinter einem Gebüsch liegend ihren Verfolgern aufgelauert haben.

Das ganze Vorgehen der Faschisten wirkte organisiert und wurde durch Befehle einzelner koordiniert. Das alles läßt auf eine Gruppe organisierter Neofaschisten schließen. j
Die Westberliner Polizei bewies am Samstag erneut ihr Desinteresse, gegen Faschisten vorzugehen. Während diese unter den Augen der Beamten flüchten konnten, hielten sich ca. ein Dutzend Bereitschaftspolizisten vor dem Gelände Marchstr/Einsteinufer auf, um die Bewohnerinnen zu observieren. Dabei ver¬suchten sie, einen Verletzten zu verhören und waren erst nach wiederholter Aufforderung bereit, einen Krankenwagen zu benachrichtigen.

Nachdem schon seit der Maueröffnung Übergriffe von Neofaschisten auf Flüchtlinge, Homosexuelle und Linke v.a. in Ostber¬lin immer häufiger und brutaler wurden, ist dies der erste größere Angriff von Neonazis auf besetzte Häuser in W-Berlin. Unsere Häuser vor faschistischen Angriffen zu schützen ist möglich aber zu wenig. Laßt uns gemeinsam die Faschisten von den Straßen vertreiben!

DIE ANTIFASCHISTISCHE SELBSTHILFE ORGANISIEREN!!
SCHLAGT DIE FASCHISTEN WENN IHR SIE TREFFT!!
TREFFT DIE FASCHISTEN WENN IHR SIE SCHLAGT!!

Die Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am 24. Juni 1990, Teil1

– erschienen in der Zeitschrift telegraph, Nr. 12/90, vom 10. Juli 1990 –

Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg

Zu der in Presse und Rundfunk vielfältig kommentierten antifaschistischen Demonstration im Ostberliner Stadtbezirk Lichtenberg hatte ein breites Spektrum von vielen autonomen Gruppen in Ost- und Westberlin, über besetzte Häuser, UFV, Vereinigte Linke, Teilen des Neuen Forums, der Umwelt-Bibliothek, KW bis zum Bund der Antifaschisten aufgerufen.

Es gab im Vorfeld lange Diskussionen über die Demo-Route. Die Überlegung, an den Häusern der faschistischen Zentrale der „Nationalen Alternative“ vorbeizugehen, wurde wieder fallen gelassen. Dabei waren die Hauptargumente, dass die Faschisten in den Häusern unberechenbar sind und daher Angriffe und Verletzungen vor allem von Bündnisteilnehmerinnen nicht ausgeschlossen sind. Außerdem wurde die Lage richtig eingeschätzt, was die Entschlossenheit Einzelner betraf, gegen die „NA“-Zentrale vorzugehen. Die Demo wäre schon nach einigen Minuten beendet gewesen, während das Hauptziel der Demonstration die politische Manifestation von Antifaschismus im Stadtteil Lichtenberg sein sollte. Auch war klar, dass am Demo-Tag die Polizei massiv die faschistischen Häuser absichern wird. Eine Kompromiss-Route wurde gefunden, die in der Nähe der faschistischen Häuser vorbeiging, über den Bahnhof Lichtenberg, wo es oft zu Überfällen von Faschisten auf Ausländerinnen kommt, zum Ausländerinnenwohnheim und dann zurück in die Nähe der „NA“-Häuser. wo eine Abschlusskundgebung geplant war.

Diese Demo-Route wurde vom Rat des Stadtbezirkes Lichtenberg verboten. Derselbe Rat, der vor einigen Wochen den Aufenthalt der Faschisten in der Weitlingstraße durch Verträge legalisierte. Nach Verhandlungen mit verschiedenen Gremien wurde die Demo-Route doch noch kurz vor Demo-Beginn erlaubt.

Im Vorfeld lief In der Presse eine Entmobilisierungskampagne. Die Demo-Aufrufe und Presseerklärungen der aufrufenden Gruppen wurden so gut wie nicht veröffentlicht, verzerrt oder taz-typisch völlig verfälscht.

Das Ergebnis der Presseveröffentlichung und die Tatsache, dass wahrscheinlich fast alle Bündnis-Gruppen nur politisch die Demo unterstützten („Wir müssen Ja alle fürn Antifaschismus sein!“), ohne aber selbst zu mobilisieren oder wenigstens selbst zu erscheinen, war, dass von den Bündnis-Gruppen vielleicht 100 Personen da waren. Der Charakter der Demo war somit fast rein autonom. Aber auch die 4.000 Autonomen aus Ost- und Westberlin waren zahlenmäßig enttäuschend. Auch in der DDR entsteht Jetzt das Bild: Antifaschismus = Autonome = Militanz. Das und somit auch den Verlauf der Demo haben zu einem großen Teil die 10.000 nicht gekommenen Menschen von PDS bis zum Neuen Forum zu verantworten.

Die Grundstimmung der Demonstration war von Beginn an gezeichnet vom militärischen Outfit und der spürbaren Ungeduld. Die Westberlinerlnnen durften endlich wieder einmal ihre schmucken schwarzen Helme vorführen, einige Ostberlinerinnen konnten gut mit ausgedienten Uniformteilen der NVA und der Roten Armee mithalten. Es sah aus wie bei einer Rittermodenschau.

Die Demo ging trübe los, mit Musik zum Frühstück und einleitenden Worten, die wieder einmal Nichtnachvollziehbarkeit und geschichtliche Ignoranz zum Ausdruck brachten. Da wurde erklärt, dass es ungewöhnlich sei, dass die Demo an einer Kirche los ginge und dass es jetzt durch einen Stadtteil geht, wo Linke nicht erwünscht seien, es also ganz anders als in Westberlin sei.

Davon ausgehend, dass die Westberlinerinnen sich im Ausland befanden und im Ausland eine Demo mitmachten, war zu erwarten, dass sie sich mit dem gesellschaftlichen Kontext in der DDR auseinandersetzen und auch nicht versuchen, ihre Weisheiten der Demonstration aufzudrücken. Diese Verhaltensformen, eigene Erfahrungen als die Aller anzusehen und damit zu dominieren, waren während der ganzen Demo spürbar.

Als die Demo das erste Mal in die Nähe der Weitlingstraße kam, wurden Polizeiketten mit Westschildern und Westberatern zum Absperren der Seitenstraßen eingesetzt. Unnötige Provokation durch Auffahren von Räumfahrzeugen, Wasserwerfern und kläffenden Hunden. Auch wurde nach westlichem Vorbild eine Spalierkette vorgeführt.

Unnötige Provokationen und Steinwürfe vor allem Westberliner durchgeknallter Männer gegen die Polizeiketten ließ den Demo-Zug stocken, riss den Demo-Zug nach dem Lautsprecherwagen auseinander. Ab da war es klar, dass die Demo aus zwei Gruppen bestand, Eine Gruppe, die die Demo als politisches Mittel sah, antifaschistische Aktion vor den Augen der wütenden Faschisten zu demonstrieren und die Menschen im Stadtteil erreichen wollte und vor allem ab da schon sah, dass ein militärisches Vorgehen gegen die faschistische NA-Zentrale zum Debakel führen würde. Die andere Gruppe bestand aus durchgeknallten Männern, die Ihren mitgebrachten Hass und Munition loswerden wollten.

Die Demo führte dann am Lichtenberger Bahnhof vorbei, an dem eine Zwischenkundgebung stattfand, zu dem AusländerInnenwohnheim in der Hans-Loch-Strasse. Unterwegs wurde ein Camel-Wagen seiner Fracht entledigt.

Am Haus, in dem Mocambiquanerlnnen wohnen, wurde eine Kundgebungspause eingelegt. Die versprochenen Vorgespräche mit den Bewoh­nerinnen hatten wahrscheinlich nicht stattgefunden. Es bedurfte Überredungskünste, um die AusländerInnenbetreuerinnen dazu zu bewegen, die Türen zu öffnen. Ein Mocambiquaner hielt ein Redebeitrag; er freute sich

angemacht und die Demo gefährdet (keine geschlossenen Reihen nach dem Lautsprecherwagen, Leuchtkugel-Geschosse und Knaller sinnlos um die Köpfe geballert, eigene Leute durch Steine verletzt).

Was bleibt: Das Ziel einer politischen antifaschistischen Manifestation im Stadtteil und vor den faschistischen Häusern ist ansatzweise geglückt. Nach der Demo und dem Straßenkampf gibt es aber mehr Ablehnung als Sympathie im Stadtteil. Es gibt einen kleinen Versuch der Kontaktaufnahme mit den Ausländerinnen in Lichtenberg und das Thema der faschistischen NA-Zentrale musste wieder In der Presse und im Innenministerium als Problem artikuliert werden. Mittlerweile ist die NA-Zentrale verlegt worden. Das Problem ist also nicht erledigt sondern verlagert.

Zu hoffen bleibt, dass es eine Auseinandersetzung mit den schwachsinnigen Machokämpfern gibt und eine Klärungsfindung über Militanz stattfindet. Militante Aktionen müssen militärisch durchsetzbar, politisch erklärbar und in der Bevölkerung vermittelbar sein. Der Faschismus ist militärisch nicht zu besiegen, das müssten langsam auch die letzten Typen kapieren. Auch in den zwanziger, dreißiger Jahren hat es der Rot-Frontkämpferbund, der viel besser militärisch und organisatorisch drauf war, nicht geschafft, den Faschismus zurückzuschlagen.

Vor uns steht die viel schwierigere Frage, wie können wir gemeinsam in Ost und West in den nächsten Jahren in einem kapitalistischen Deutschland den aufkommenden Nationalismus, Faschismus und Sexismus wirksam entgegentreten. Die Beantwortung oder Suche nach Ansätzen bleibt zur Zeit auf der Strecke.

d.t.

Kommentar
Einige Gedanken zur Antifa-Demonstration in Ost-Berlin

Von „Bild“-Zeitung bis „Junge Welt“ wurde am Montag den Leserinnen grosser Massenblätter das gleiche geboten: „Die blutige Schlacht der Westchaoten“ („Bild“). „400 Radikale inszenierten blutigen Krawall“ („ND“), „Extremistische Krawalle nach antifaschistischer Demonstration“ („BZ“-Ost), „Am Ende siegte nur der Hass“ („Junge Welt“). Das war der Höhepunkt der Pressekampagne gegen die Demo. Schon im Vorfeld gab es diverse Falschmeldungen zur Ankündigung der Demo, wurde die Presseerklärung der Demo-Organisatoren erst gar nicht abgedruckt und der Aufruf zur Demo gar nicht oder gekürzt und „bearbeitet“ veröffentlicht.

Dann das Bündnis. 41 Gruppen auf dem Aufruf. Von Autonomen, Antifa-Gruppen bis hin zu Grünen, VL Jugendorganisationen. Jedoch glänzten letztere durch Abwesenheit. Anscheinend war auch keine Mobilisierung in diesen Reihen gelaufen. Offenbar glauben die Politniks dieser „demokratischen Organisationen“, dass die Unterschrift unter einen Aufruf antifaschistisches Bekenntnis genug sei. Folglich war die Demo zu ca. 90 % durch autonomes Spektrum geprägt. Schwarze Kleidung, vermummte Gesichter, Helme, optische Demoausrüstung aus jahrelanger Erfahrung mit Polizei und Kameras in Ost und West, aber auch innere Angst vor den Faschisten. Immerhin kamen trotzdem 5000, das beweist, dass das autonome Spektrum sehr wohl in der Lage ist, Massen zu mobilisieren, wenn auch noch keine Hunderttausende, und sie noch lange nicht isoliert sind. Jedoch hätten bei der Demo gut und gern Zehntausende sein können, wäre eine Mobilisie­rung nicht von bürgerlicher Presse und von den „demokratischen“ Parteien blockiert, bzw. nicht durchgeführt worden.

Und der Staat. Erst versucht der Stadtbezirksbürgermeister die Demoroute umzulegen, sie In die Seitenstraßen und möglichst weit weg vom Grund der Demonstration zu drücken. Als das nicht klappt, lässt man massiv Bullen auffahren. 2500 Bullen (offiziell spricht man von 500) bilden einen massiven Sperrriegel. Ausgerüstet mit Helmen, Schilden, Knüppeln, Räumfahrzeugen und Wasserwerfern.

Was während der Demo von Seiten der Demonstranten lief, war eine Mischung zwischen teilweise militantem Säbelgerassel, sich in Sprechchören entäussernden Emotionen und Wut auf Faschos und die schützend vor diesen stehenden Polizei. Dennoch war es aber größtenteils eine Bekundung antifaschistischen Bewusstseins. Die Demo schwappte hin und her zwischen politischer Bekundung, Langeweile und Aktionismus. Dies alles kompensierte sich dann Lück /Ecke Ruprechtstrasse und geriet unkontrolliert zum Ausbruch, wurde zum Stellvertretergefecht mit den Bullen. Sie bekamen ab, was eigentlich die Faschos abkriegen müssten. Zum Glück war der größte Teil der Demonstranten diszipliniert genug, die Demonstration zu Ende zu führen.

Den 500 Angreifern schien aber die Demo nur zweitrangig zu sein.

Nun kann man/frau sagen, dass die Polizei selber schuld ist, wenn sie sich vor die Faschisten stellt. Ich halte es jedoch für fragwürdig, ob dieser Angriff zu diesem Zeitpunkt irgendwie sinnvoll war. Die Chance, gerade dort einen Durchbruch zu den Häusern zu schaffen, war von vornherein gering. Weiterhin wurde die Demo damit hochgradig gefährdet. Gegen durchdachte und vor allem disziplinierte militante Aktionen mit Aussicht auf Erfolg ist erst einmal nichts zu sagen, aber*was dort ablief war nicht mehr als eine Präsentation von Machogehabe und Waffenschau, Demonstration von Superman-Mentalität. Hier ging es meiner Meinung nach nicht um die Durchsetzung politischer Ziele, sondern um das bloße Abreagieren von Emotionen. Militanz und Radikalität heißt nicht, präsentiert die Eisenstangen, haut drauf, sondern politisches Bewusstsein, abschätzen der strategischen Situation und verantwortungsbewusstes, überlegtes Handeln. So hätte es z.B. auf keinen Fall passieren dürfen, dass Demonstrantinnen von hinten aus den eigenen Reihen durch Steine verletzt wurden. Die lachenden Dritten waren jedenfalls die Faschos.

Ein Trost bleibt. Das Thema „Nationale Alternative“ und Weitlingstraße
ist nun in aller Munde, die Regierung steht unter Druck. Die Faschisten
wissen, dass sie mit einer starken antifaschistischen Kraft zu rechnen haben und dass nicht jeden Tag 2500 Polizisten zu ihrem Schutz zur Verfügung stehen. Nun kommt es darauf an, den öffentlichen Druck nicht abklingen zu lassen, sondern ihn zu verstärken. Denn erst einmal ist die „NA“ noch immer legal, existieren die besetzten Häuser in der Weitlingstraße, provokant, menschenverachtend und über der Nummer 122 weht immer noch die Reichskriegsflagge.                               d.w.

Bestimmt der Stein das Bewusstsein?

Erklärung der Umwelt-Bibliothek Berlin zu den Vorfällen während der Antifa-Demonstration gegen die Nazihäuser in der Ostberliner Weitlingstraße

Wir gehören zu den Unterzeichnerinnen und Teilnehmerinnen der Demonstration gegen die Berliner Zentrale der „Nationalen Alternative“ in der Weitlingstraße. Wir schämen uns und wir sind zornig. Mit der Demonstration wurde nicht das erreicht, was wir wollten, sondern das genaue Gegenteil. Und das Schlimmste: ohne Sinn und Verstand und ohne irgendeinen Grund wurden eine Reihe von Menschen zum Teil schwer verletzt

Es ging uns bei der Demonstration darum, einen weiten Konsens von Berliner Bevölkerung, Gruppen, Organisationen und Parteien gegen die mittlerweile fast täglichen Überfalle auf Passantinnen und Häuser zu zeigen, die nachweislich aus der NA-Zentrale in der Weitlingstraße gesteuert werden. Leider konnten wir schon im Aufruf zu dieser Demonstration diese notwendige Breite nicht erreichen. Wir richten das als Vorwurf an die Leute vom Bündnis 90, denen offenbar die Auftritte in der Volkskammer wesentlichster Lebensinhalt und Basisarbeit Nebensache geworden ist Kein einziger von den Prominenten des Bündnisses war erschienen und eine Mobilisierung der Anhängerinnen hat offenbar gar nicht stattgefunden. Bedrückt hat uns, dass darüber hinaus kaum Leute aus der Berliner Bevölkerung erschienen waren. Offenbar ist die allgemeine Situation so traumatisch, dass kaum jemand mehr Mut und Lust findet, für allgemeine Belange einzutreten.

Die Demonstration bestand also im Wesentlichen aus denen, die im Westen und mehr noch im Osten Opfer von Naziangriffen wurden, Bewohnerinnen von besetzten Häusern, Leute, die wegen ihres ungewöhnlichen Aussehens zusammengeschlagen wurden, aber auch normale Straßenpassantlnnen, denen das gleiche aus irgendeinem Grund widerfuhr. Diese Demonstrationsteilnehmerinnen hatten zwei Erfahrungen: Sie kannten die hemmungslose Brutalität der Nazis und sie wussten, dass sich die Polizei bei Überfällen auf besetzte Häuser, wenn überhaupt, nur zögernd und sparsam einstellt Demgegenüber wurden die Nazihäuser in der Weitlingstraße von 2.500 Polizisten vor den Demonstrantinnen geschützt. Entsprechend war die allgemeine Stimmung von Empörung und Hass bestimmt.

Wir waren nicht besonders begeistert, als wir sahen, dass ein Teil der Demonstranten seit Beginn mit Schlagstöcken aus Holz und Stahl und mit Gaspistolen ausgerüstet war. Wir haben angenommen, dass das sinnvoll sein könnte, falls die Polizei uns nicht vor einem Naziangriff schützen kann oder die Polizei ohne Begründung die Demonstration angreift (wie es letztens in Westberlin bei einer Behinderten-Demonstration geschah).

Es geschah aber das völlige Gegenteil. Die Polizei hielt sich zurück, obwohl sie von Schlagstock schwingenden Demonstrationsteilnehmern provoziert wurde. Als z.B. ein Polizist harte Drohungen mit einem Schimpfwort beantwortete, wurde das genutzt, um ihn tätlich anzugreifen. Pflastersteine wurden ohne Grund geworfen, aus Gaspistolen auf die Polizei geschossen. Die Eskalation endete dann in der bekannten Schlacht

Es ist zwar richtig, dass der Großteil der Demonstrantinnen sich nicht an diesen Aktionen beteiligte. Wir haben aber auch nicht genug getan, um uns von dieser knüppelschwingenden „Leibgarde“ zu befreien. Soweit allerdings Demonstrantlnnen diese Aktivisten zurückzuhalten suchten, wurden sie ebenfalls mit dem Knüppel bedroht, geschlagen oder auch nur als Weichling oder Spitzel beschimpft.

Wir glauben, dass diese Art von Militanz nichts mehr mit den Inhalten einer linken Bewegung zu tun hat Die Veränderung einer Gesellschaft ist leider nicht ganz ohne Gewalt möglich. Es handelt sich dabei aber immer, wie in der DDR seit Oktober zu sehen war, um eine Verteidigung der Bevölkerung gegen die Herrschenden, um Notwehr. Gewalt und Unterdrückung bedingen sich in einer patriarchalischen Gesellschaft gegenseitig. Sie beginnen mit der Unterdrückung von Frauen und anderen Mitmenschen und enden bei der organisierten militärischen und politischen Unterdrückung der Bevölkerung.

Wir wollen eine Gesellschaft, in der Gewalt und Unterdrückung beendet sind. Der Kampf um diese Gesellschaft kann nicht von einem militarisierten „bewusstesten Vortrupp“ von „Berufsrevolutionären“ geführt werden. Eine Bewegung, die eine solche „Avantgarde“ akzeptiert, wird zum Schluss von ihr vergewaltigt werden, wie das so oft in der Vergangenheit geschehen ist Wir wollen nicht von bewaffneten Berufsrevolutionären geschützt werden. Wir schützen uns selbst, nicht mit militärischen Mitteln, sondern mit der oft verhöhnten Kraft der Schwachen, mit der wir schon einmal ein Regime besiegt haben. Wir denken mit dem Kopf und fühlen mit dem Bauch, nicht umgekehrt.

Es geht uns nach wie vor um die Auflösung der NA-Zentrale in der Weitlingstraße und das Verbot der NA. Das kann aber nur ein Anfang sein. Es geht nicht nur darum, dass sich die Bürgerinnen endlich wieder auf der Strasse sicher fühlen können. Weit wichtiger ist ein systematisches Programm zur gesellschaftlichen Sozialisation von Zehntausenden dissozial isierter Jugendlicher, die im Moment nur von Nazis „betreut“ werden. Diese unselbständigen und autoritätsgläubigen Jugendlichen sind das schwere Erbe, das uns. das Erziehungssystem des alten Regimes hinterlassen hat. Was in deren Köpfen an Unrat wuchs, kann nicht mit militärischer Gewalt beseitigt werden, sondern nur mit zäher, geduldiger Arbeit. Ein wesentliches und bisher völlig fehlendes Fundament der Arbeit der Antifa-Gruppen muss deshalb Informationsarbeit in Schulen, Jugend- und Freizeitzentren und anderen Orten sein, an denen Jugendliche erreichbar sind, die Erstellung von Material für interessierte Lehrer und Sozialarbeiter, alle möglichen Formen von Öffentlich­keitsarbeit

Ein Diskussionsprozess über das Verhalten bei Demonstrationen muss dringend geführt werden. Dabei wird man/frau sich von Leuten trennen müssen, die gleichgültig in der Wahl ihrer Mittel sind. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Die angewandten Mittel müssen dem Ziel entsprechen.

Umwelt-Bibliothek Berlin

Die Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am 24. Juni 1990, Teil2

– erschienen in der Zeitschrift telegraph, Nr. 13/90, vom 6. August 1990 –

Ein denkwürdiges Dokument

Fraktion der CDU                      Datum der Tagung
der Stadtbezirksversammlung           9. Juli 1990
Berlin-Lichtenberg

Antrag der CDU Fraktion

Betr.: Beschluss zur Einleitung notwendiger Massnahmen gegen den Radika­lismus im Stadtbezirk Berlin-Lichtenberg Die Stadtbezirksversammlung wolle beschliessen: (Auszug)
3. Die Stadtbezirksversammlung ersucht den Stadtrat für Inneres Ermittlungen gegen die Organisationen einzuleiten, die sich hinter der Bezeichnung „Antifa-Info-Telefon 2292912“ verbergen, die mit einer Flugblattaktion (siehe Anlage) die Verantwortung für die Ausschreitungen vom 23. Juni 1990 übernommen hat und zu weiteren terroristischen Aktionen aufruft.
Die zuständigen Stellen beim Magistrat bzw. bei der Volkskammer werden ersucht im Ergebnis der Ermittlungen die notwendigen Schritte gemäss Vereinigungsgesetz 3 Absatz 2 und 21 einzuleiten.

Den Antrag haben PDS und SPD unterstützt!!

Auszug aus dem Antifa-Flugblatt auf den sich der CDU-Antrag bezieht!

In Gesprächen mit Anwohnerinnen und Anwohnern haben wir erfahren, dass die Vermummung der Demonstrationsteilnehmerinnen und –teilnehmer kritisiert wurde. Wir wissen aber, dass die Faschisten „Schwarze Listen“ mit Fotos von aktiven Antifaschistinnen und Antifaschisten anfertigen. Deshalb mussten wir aus Gründen des Selbstschutzes unsere Gesichter verhüllen.

Ein anderer Kritikpunkt waren die Sprühereien an Häuserwänden. Wir finden, dass die Notwendigkeit des antifaschistischen Kampfes nicht oft genug ins Bewusstsein der Menschen gerückt werden kann. Sollte uns allen nicht der Kampf für eine Welt ohne Nazis wichtiger sein als eine saubere Hauswand ?

Anmerkung:

Die CDU hat weiterhin einen Antrag eingebracht, indem die Veranstalter der Antifa-Demo zum Schadenersatz bezüglich der Schäden der Lichten­berg-Demo in Höhe vom 80 000 DM zur Verantwortung gezogen werden sollten. (Unterstützt von PDS/SPD)

Kein Forum für Faschisten

Dialogspiele im Nachfeld der Lichtenberger Demonstration

Nach der umstrittenen Antifa-Demo in Lichtenberg kam es zu Distanzie­rungen und Diffamierungen seitens der meisten Bündnisgruppen und zu einer notwendigen Auseinandersetzung innerhalb der Demoteilnehmerinnen.

Die faschistische Zentrale in der Weitlingstr. 122 besteht trotzdem weiter. Populistisch und bürgernah versucht die „Nationale Alternative“ sich einen Schafspelz anzulegen.

Die nach der Demo vom Innensenator Thomas Krüger so gelobten Verhandlungen mit der NA und WOSAN und ihrer Zusage des freiwilligen Auszugs aus der Weitlingstrasse erscheinen als gutorganisierter Flop. Die jetzigen Bewohnerinnen in der Weitlingstrasse gedenken nicht, freiwillig zu gehen. In dieser Situation kam es darauf an, den Faschisten in Lichtenberg keinen Stich zu lassen, die fasch. Zentrale zu räumen und die begonnenen Kontakte mit den Ausländerinnen zu intensivieren.

In einer Situation, wo nachlassende Wachsamkeit und zurückgehende antifaschistische Organisierung zu solchen Ereignissen führen, wie nach dem WM-Fussballendspiel, als sich nach dem „totalen Sieg“ Hooligans und faschistische Skins viel zu lange im Prenzlauer Berg und den anderen Stadt­teilen rumtreiben und randalieren konnten.

In dieser Situation spukte (spukt?) eine Forderung in den Köpfen von Bündnismenschen und Kultur-„Autonomen“ herum – Dialog mit Faschisten!

Genau dies wollten einige Leute im Podiumsgespräch unter der Überschrift „Antifaschismus und Terrorismus – Eisenstangen und Leuchtgeschosse“ öffentlich vorführen. Die Initiatoren dieser Diskussionsrunde waren Radio P, Leute von Tacheles (Multikulturelles Zentrum), Jugendverband RAJV (der wohl noch 3 Mitglieder hat) und Bärbel Bohley. Die Diskussions-„Kontrahenten“ sollten ein Einsatzleiter der VOPO aus Lichtenberg und zwei Faschisten der Nationalen Alternative (NA) sein.

Einen Tag vor der Veranstaltung, am 12. 7., trafen sich die verschiedenen Antifa-Gruppen und andere unabhängige Menschen zur Koordinierung zur Verhinderung der geplanten Veranstaltung. Es kam zu harten Auseinan­dersetzungen mit Vertretern aus dem Tacheles und von Radio P.

Die Diskussion war gereizt und die Dummheit oder gewollte Taktik der Organisatoren erschreckend.

Ein Kompromissvorschlag der Antifas, das Podium umzustellen, Poli­zei und Faschisten rauszuschmeissen und dann gemeinsam über antifaschistische Selbstorganisierung zu reden wurde von den Organisatoren ignoriert.

Dann nahm Jutta Braband (VL), ihre Zusage zurück – sie wusste nichts von einer Beteiligung von Faschisten am Podium. Bärbel Bohley lehnte die Teilnahme ab, da für sie die „Ausgewogenheit“ der Podiumsbesetzung nicht gegeben war, da die Autonomen nicht mitmachten. Das und der Entzug der Raumerlaubnis in der Akademie der Künste durch den dortigen Vorstand und die angekündigte Blockadeabsicht brachte die Organisatoren nicht zum Einlenken. Sie versuchten weiterhin, an ihrem Konzept festzuhalten.

Am 12. 7., eine Stunde vor Beginn der geplanten Veranstaltung fand vor der Akademie die angekündigte Gegenkundgebung statt. Viele hatten über Medien von der Absage der Veranstaltung gehört, aber 200 Leute kamen noch gut zusammen.

Die Aktion war durch das Nichtstattfinden der Veranstaltung ein Erfolg.

Diese Veranstaltung hätte den Faschisten ein Podium geboten, von dem aus sie ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten hätten können und die NA als akzeptabler Gesprächspartner wäre zu einer gesellschaftlichen Gruppe im „demokratischen Disput“ aufgewertet worden.

Es ist klar, dass sich die Faschisten auf eine menschenverachtende Ideologie berufen. Mit Befürwortern von Massenmord und Angriffskriegen ist ein Dialog nicht möglich. Trotzdem ist die Auffassung, dass mit organisierten Faschisten öffentlich diskutiert werden kann und soll leider weit verbreitet.

Das Thema Faschismus wird zu eine Art Jugendbandenkrieg verfälscht Der Faschismus wird auf ein Randproblem reduziert, Rassismus, Nationalismus und Sexismus damit geschützt und geduldet.

Zur Fussball-WM wurde „Sieg-Sieg-Sieg“ und „Sieg heil“ gegrölt, Ausländerinnen wird der Arbeitsvertrag gekündigt, an der Grenze nach Süden und Osten wird eine neue Mauer errichtet.

Wo Nationalismus Staatspolitik ist, Rassismus Tugend, dort werden die „NA“ und andere faschistische Gruppierungen bald akzeptabler Koalitionspartner sein. Menschen, die sich dagegen wehren, werden kriminalisiert und diffamiert. Praktischer Antifaschismus ist zur Zeit leider aar Abwehrkampf. Das direkte Vorgehen gegen Nazis, da wo sie auftreten, greift nicht gegen gesellschaftliche Tendenzen wie Arbeitslosigkeit. Wollen wir über dieses Verhältnis hinauskommen – wollen wir dem Faschismus jegliche Grundlage entziehen, müssen wir grundsätzliche gesellschaftliche Veränderungen erreichen. Die Diffamierungskampagne, die nach der Lichtenberger Antifa-Demonstration einsetzte und die verschiedenen

Bei einer antifaschistischen Gegendemo zum Aufmarsch der faschistischen. Nationalen Front gingen katholische und evangelische Kirche gemeinsam mit Schwulen, Lesben, Alternativen und Anarchos. Den Demoschutz organisierte ERA-Symphatisanten. Antifas griffen währendessen den Nationalen Front Aufmarsch an. Die gegenseitige Akzeptanz unter­schiedlicher Aktionsformen ohne Diffamierung und Spaltung lässt eine gesellschaftliche breite antifaschistische Aktionsfront entstehen. Sie waren und sind sich in einem wesentlichen Punkt einig und setzen es in Praxis um -keinen Fussbreit den Faschisten – kein Forum für Faschisten.  d.t.

Fotos: Nazi-Hools randalieren auf dem Alexanderplatz

24. März 1990: Nazi-Hools des Berliner Fußballklub Dynamo (BFC) randalieren nach einem Punktspiel auf dem Alexanderplatz.

Sie liefern sich Scharmützel mit der Volkspolizei, greifen Linke, sowie  AusländerInnen an und verwüsten den bekannten Schwulen-Treff „Espresso“.

Gegen 21:00 werden die Neonazis von etwa 100 Antifas angegriffen und endgültig verjagt.


ALLE FOTOS SIND EIGENTUM DES PRENZELBERG DOKUMENTATION E.V.
Verwendung der Fotos nur mit Genehmigung des Prenzelberg Dokumentation e.V.

Fotos: Die Republikaner in der DDR

Bereits vor der Wende im Herbst 1989 soll es in der ganzen DDR Ortsverbände der rechtsextremen Republikaner gegeben haben. Es sollen insgesamt 15 Verbände gewesen sein, die sich aber bis zu Wende nicht öffentlich zu erkennen gegeben haben.

Erst ab Herbst 1989 und dann spätestens mit der Öffnung der DDR-Grenze am 9. November 1989 traten die Republikaner offen in Erscheinung. Zu diesem Zeitpunkt soll der Ortsverband Berlin-Lichtenberg bereit 300 Mitglieder gehabt haben und der Ortsverband Marzahn bereits 800 Mitglieder.

Zudem traten die Republikaner nun regelmäßig auf den Leipziger Montagsdemos in Erscheinung. Sie verteilten, genau wie anderen Westparteien (und auch CDU/CSU, FDP und SPD), massiv Propagandamaterial und sorgten zusammen mit den anderen konservativen, rechten, und faschistischen Organisationen und Parteien aus der BRD dafür, dass aus einer eher sozialen, freiheitlich-emanzipatorischen Stimmung und Bewegung in Leipzig, eine völkisch-nationale wurde.

Nun tauchten massenhaft Fahnen der BRD auf den Montagsdemos auf. Aus der Losung „Wir sind das Volk“, was damals unbedingt als eine emanzipatorische, freiheitlich und gegen die Alleinherrschaft der SED gerichtet angesehen werden muss, wurde die nationalistisch-völkische Parole „Wir sind ein Volk“, die eine reaktionäre Forderung nach Anschluss der DDR an die BRD untermauerte.

Rassismus, Antisemitismus und AusländerInnenfeindlichkeit in der DDR

Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift telegraph, Nr. 7/89, vom 4. November 1989

VEB Stadtwirtschaft Berlin: Nationalistische Propaganda unter Schutz der Bürokratie

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung telegraph Nr. 7, vom 4. November 1989 – An der öffentlichen Wandzeitung des Müllführhofs 3 Berlin-Spindlersfeld erschien am 31.10. ein anonymer Artikel, in dem auf polnische Anfragen auf DDR-Staatsbürgerschaft Bezug genommen wurde, und unter scheinplausiblen Vorwenden Haß gegen Polen und Vietnamesen erzeugt wurde. Schon kurze Zeit darauf hatten 22 Kollegen … „VEB Stadtwirtschaft Berlin: Nationalistische Propaganda unter Schutz der Bürokratie“ weiterlesen

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BesetzerInnenZeitung, Nr. 00 vom 6. August 1990

Faschistischer Terror auf dem Ostbahnhof gegen AusländerInnen

– aus BesetzerInnen Zeitung, Nr. 00, vom 6. August 1990 – 21.07.90 Samstag Der Zug Warschau – Paris kommt an. Die Bahnpolizei versucht Polen am Aussteigen zu hindern, mit der Begrün¬dung, sie könnten ja woanders aussteigen. Die Leute drängen aus dem Zug und werden von der BePo vertrieben. Wasserwerfer, Gas, Knüppel werden angewandt, Hunde haben … „Faschistischer Terror auf dem Ostbahnhof gegen AusländerInnen“ weiterlesen

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Rassismus, Antisemitismus und AusländerInnenfeindlichkeit in der DDR

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Vom Faschist zum Antifaschist

BEISPIELE FÜR FASCHISTISCHE FUNKTTIONSTRÄGER, DIE IN DER DDR ZU NEUEN EHREN KAMEN. Im Jahre 1948 verkündete die SMAD mit dem Befehl Nr. 64 das Ende der Enteignung und mit dem Befehl Nr. 35 das Ende der Entnazifizierung. Nach Einschätzung der Verantwortlichen war der „volkseigene Sektor“ vorerst groß genug, und andauernde Auseinandersetzungen in dieser Frage würden … „Vom Faschist zum Antifaschist“ weiterlesen

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Die DDR und die Juden – Neue Literatur und Perspektiven

VON CONSTANTIN GOSCHLER, ERSCHIENEN AUF TREND – ONLINEZEITUNG FÜR DIE ALLTÄGLICHE WUT Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft begann sich auch auf dem Boden der SBZ bzw. DDR allmählich wieder ein jüdisches Leben zu rekonstruieren. Auch gegenüber dem 1948 gegründeten Staat Israel herrschte in Moskau wie in Ostberlin anfänglich durchaus Wohlwollen, wurde doch der neue … „Die DDR und die Juden – Neue Literatur und Perspektiven“ weiterlesen

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Vom Kampf gegen den „Kosmopolitismus“ zum Kampf gegen den „Aggressorstaat“

Dieser Beitrag soll sich mit dem Antizionismus und Antisemitismus in der DDR beschäftigen. Dabei scheinen, gerade wegen der Abwehrreaktionen, die insbesondere Vertreter der Kommunistischen Plattform (KPF) der PDS bei der Behandlung von Tabu-Themen zeigen (z.B. in der Tageszeitung junge welt vom 25. u. 26.09.1998), einige Vorbemerkungen notwendig.

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AUSLÄNDERINNEN UND AUSLÄNDER UND DIE STAATSPOLITIK DER DDR

Die DDR war nie ein offenes Aufnahmeland gewesen. Im Gegensatz zum außenpolitischen Internationalismus wurden Ausländer größtenteils als Arbeitskräfte ins Land geholt. Abgeschirmt lebten sie in Wohnheimen, gezwungen zur Anpassung an die DDR-Gesellschaft.

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Romanische Flüchtlinge auf den Berliner Ostbahnhof, 1990

Rassistische Polizei

– Aus Zeitschrift telegraph, Nr. 13/90, vom 6. August 1990 – Berlin/Ost – Hauptbahnhof, in der Nacht vom Samstag zu Sonntag (28729. Juli), in den Zeit zwischen 22 und 1 Uhr, greifen 6 Faschisten die im Bahnhof kampierenden bulgarischen und rumänischen Flüchtlinge an. Daraufhin ziehen starke Polizeikräfte mit Helm,Schild, Knüppeln und Hunden im Bahnhofsfoyer auf. … „Rassistische Polizei“ weiterlesen

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Ausländerhass in der DDR unbekannt

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 13/90, vom 6. August 1990 – Information des Unabhängigen Kontakttelefons Ostberlin: Vom 6. bis 8. Juli war ein Antifa-Seminar geplant, an dem sich in Westberlin lebende jugoslawische, türkische, bulgarische, palästinensische und deutsche Jugendliche mit Jugendlichen aus der DDR austauschen wollten. Das Treffen fand in der Jugendherberge „Kiefert“ in Berlin-Grünau statt. … „Ausländerhass in der DDR unbekannt“ weiterlesen

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April 1990: Vietnamesinnen versuchen vergeblich die Berliner Mauer zu Oberwinden

Zur Situation von Flüchtlingen in der DDR

– Aus Zeitschrift telegraph, Nr. 12/90, vom 10. Juli 1990 – Kaum dass unser kleines Land seine Grenzen nach außen öffnet, werden bereits die ersten Maßnahmen zur Abschottung für unerwünschte Zuwanderer, Ärmere Nachbarn und andere Eindringlinge getroffen Die Visumsfreiheit soll lediglich für Menschen aus Ungarn und der CSFR bestehen bleiben, eine Einladung vorweisen müssen Menschen … „Zur Situation von Flüchtlingen in der DDR“ weiterlesen

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Leipzig, DHfK, Turnhalle, ausländische Studenten

Cuba libre – Zur Situation kubanischer StudentInnen in der DDR

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 12/90, vom 10. Juli 1990 – Vertreter der kubanischen Botschaft in der DDR machten sich im Mai auf den Weg, um ihren Studentinnen zu erklären, dass der Aufenthalt in der DDR aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich ist. Reisekosten und Stipendienzuschläge könnten nicht in Devisen aufgebracht werden. Das klingt im … „Cuba libre – Zur Situation kubanischer StudentInnen in der DDR“ weiterlesen

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Ausländerfeindlichkeit und Rassismus

– aus INKOTA-BRIEF Nr. 11/90 und Zeitschrift telegraph, Nr. 12, vom 10. Juli 1990 – Die Ereignisse der letzten Tage hier in Hoyerswerda veranlassen mich, Ihnen zuschreiben. Schon vor 2 Wochen musste ich im Omnibus von Spremberg nach Hoyerswerda Rassenhass erleben. Ein Mocambiquaner wurde von einem deutschen Jungen Mann, der sich neben Ihn setzte, diskriminiert … „Ausländerfeindlichkeit und Rassismus“ weiterlesen

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Asylantrag in der BRD kann Abschiebung ins Heimatland bedeuten

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 10/90, vom 31. Mai 1990 – Erklärung der Ausländerbeauftragten des Berliner Runden Tisches Seit der Öffnung der Grenzen zwischen der DDR und der BRD haben viele Ausländerinnen, die in der DDR auf der Grundlage von Regierungsabkommen gearbeitet haben, die DDR verlassen und in Westberlin oder in der BRD einen Asylantrag … „Asylantrag in der BRD kann Abschiebung ins Heimatland bedeuten“ weiterlesen

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Fotos: Die Fankurve des BFC Dynamo 1990

Ab 1981/1982 verstärkte sich der Einfluß faschistischer Ideologie in den Fußballstadien der DDR. Das Gewaltmonopol in der jugendkulturellen Szene ging auf die Skinheads über.

Die Fotos wurde im Frühjahr 1990 gemacht. Vor, während und nach einem Punktspiel des BFC Dynamo in Ostberlin (Friedlich-Ludwig Jahn -Stadion und Straßen-Kreuzung Ecke Schönhauser Allee).

Die mit Pfeil und X markierte Person ist der BFC-Hool-Führer Jens Uwe Vogt

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