Cuba libre – Zur Situation kubanischer StudentInnen in der DDR

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 12/90, vom 10. Juli 1990 –

Leipzig, DHfK, Turnhalle, ausländische Studenten
Zentralbild Sturm 29.1.1964 DDR: Über 150 Gäste aus dem Ausland studieren bisher in der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig. Quelle: Wikimedia

Vertreter der kubanischen Botschaft in der DDR machten sich im Mai auf den Weg, um ihren Studentinnen zu erklären, dass der Aufenthalt in der DDR aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich ist. Reisekosten und Stipendienzuschläge könnten nicht in Devisen aufgebracht werden. Das klingt im ersten Moment gar nicht unverständlich. Keiner der ehemaligen Ostblockstaaten hat wie die DDR die Möglichkeit, sich durch einen raschen Währungsumtausch zumindest scheinbar des Devisenproblems zu entledigen. Wenn man allerdings weiß, dass zur gleichen Zeit die kubanischen Studentinnen aus der SU zurückgeholt werden, sind wohl eher politische Gründe zu vermuten.

Wer sich dafür entscheidet, in der DDR zu bleiben, hat zwei Möglichkeiten. Entweder eine Aufenthaltsgenehmigung bei den DDR-Behörden beantragen, was den sofortigen Verlust der kubanischen Staatsbürgerschaft nach sich ziehen würde, oder einen Antrag bei der kubanischen Botschaft stellen. Bestenfalls wird dann ein „Emigranten-Pass“ ausgestellt. Die Angst vor einer endgültigen Ausweisung aus Kuba sowie Repressalien gegenüber Familienangehörigen bleibt. So entschieden sich die meisten doch für eine sofortige Rückkehr in ihr Heimatland. Verständlich, da auch die Situation für alle Ausländer In der DDR noch vollkommen offen ist. Verbale Unterstützungszusagen von Hochschulen und Polizei haben nicht viel zu sagen. Wohnraum und Jobs können die auch nicht stellen. Außerdem droht die übernähme der westdeutschen Ausländergesetzgebung.

Verhandlungen zwischen den Regierungen Kubas und der DDR stehen noch aus. Bei den mit Mozambique, Vietnam und Angola geführten könnte zumindest sichergestellt werden, dass die abgeschlossenen Verträge nicht gekündigt werden.

Klar scheint auch zu sein, dass Menschen aus arabischen Ländern keine Aufenthaltsgenehmigung mehr erteilt wird. Grund – unklar. Sollte hier fleißig mit am dringend notwendigen neuen Feindbild gebastelt werden? ts.

Ausländerfeindlichkeit und Rassismus

– aus INKOTA-BRIEF Nr. 11/90 und Zeitschrift telegraph, Nr. 12, vom 10. Juli 1990 –

Die Ereignisse der letzten Tage hier in Hoyerswerda veranlassen mich, Ihnen zuschreiben.

Schon vor 2 Wochen musste ich im Omnibus von Spremberg nach Hoyerswerda Rassenhass erleben. Ein Mocambiquaner wurde von einem deutschen Jungen Mann, der sich neben Ihn setzte, diskriminiert und beleidigt. Als er sich das verbot, wurde der Deutsche Immer ausfälliger. Ich stellte sin zur Rede, wie ein so Junger Kerl ein Rassist sein könne. „Ich hasse keine Ausländer, doch ich hasse Auslinder, einer hat einer schwangeren Frau den Bauch aufgeschlitzt“. Zum Glück stieg der Mann an der 1. Haltestelle aus.

In Hoyerswerda lief der Mocambiquaner einige Meter vor mir und bog dann in einen unbeleuchteten Weg ein. In den Moment blieben 3 junge Burschen, die auch in dem Bus waren, wie auf Kommando stehen und ich hörte einen sagen: „Hast du ein Tuch?“ Worauf einer sein Tuch vom Hals nahm und die drei den Mocambiquaner verfolgten. Ich konnte diesen durch Zuruf warnen, so dass er nicht von hinten überfalten werden konnte. Er stellte sich den Dreien, sie nahmen Abstand von einem Angriff.

Am 1. Mai erlebte ich mit, wie gegen 19.00-19.30 Uhr bis zum Dunkelwerden eine große Gruppe Jugendlicher das Wohnheim der Mocambi­quaner und Vietnamesen (großes Wohnhochhaus mit ca. 8 Aufgängen -1 Aufgang Wohnunterkunft) angriffen … Sie standen in breiter Front diesem gegenüber, getrennt durch eine breite Hauptverkehrsstraße und warfen mit Steinen und betonbrocken. Es wurden Fensterscheiben eingeworfen.

Polizei und ein deutscher Mann – diesen einen konnte ich sehen, bemühten sich, die aufgebrachten Ausländer nicht durch den Durchgang des Hauses zu lassen.

An den beiden Vortagen waren schon Ähnliche Unruhen zu ver­zeichnen. Wie ich hörte, wurden diese ausgelöst, als 2 Mocambiquaner auf den Rummel wollten. Sie wurden mit den Worten „der ist nur für Deutsche“ daran gehindert und geprügelt. Fünf ihrer Landsleute, sie wurden durch Mädchen, die ins Wohnheim liefen, informiert, kamen ihnen zu Hilfe. Es war nun eine tätliche Auseinandersetzung zwischen 2 Mocambiquanern und ca. 50 Deutschen.

Diese Vorfalle sind beschämend! Es ist erst wenige Monate her, dass auch oder besonders unsere Jugendlichen auf der Straße Reisefreiheit riefen. Wie denken die sich das? Sie wollen nach Frankreich, Spanien, Griechenland, doch sicher später auch einmal nach Afrika reisen. Sie wollen die Gastlichkeit dieser Völker genießen. Und hier veranstalten sie unwürdige Dinge als Auswirkung ihrer Ausländerfeindlichkeit und ihres Rassenhasses.

Wie ich informiert wurde, gab es seitdem täglich Unruhen vor dem Wohnheim.

Fotos: Antifa-Demo gegen die Nazi-Häuser in der Ostberliner Weitlingstraße, 24. Juni 1990

Die Nazi-Häuser in der Berlin-Lichtenberger Weitlingstraße  waren in den 1990er Jahren Zentrale der Ostberliner Neonazis und Ausgangspunkt für ihre faschistischen Aktivitäten und gewaltsamen Übergriffe.

Gleichzeitig war das Haus magischer Anziehungspunkt für diverse große und kleine Neonazis aus ganz Deutschland und aus dem Ausland.

Am 24. Juni 1990 demonstrierte ein breites Berliner Bündnis, gegen diese Häuser und ihre faschistischen Bewohner.

Asylantrag in der BRD kann Abschiebung ins Heimatland bedeuten

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 10/90, vom 31. Mai 1990 –

Erklärung der Ausländerbeauftragten des Berliner Runden Tisches

Seit der Öffnung der Grenzen zwischen der DDR und der BRD haben viele Ausländerinnen, die in der DDR auf der Grundlage von Regierungsabkommen gearbeitet haben, die DDR verlassen und in Westberlin oder in der BRD einen Asylantrag gestellt.

Von einem in der Ausländerarbeit engagierten Rechtsanwalt aus Westberlin haben wir erfahren, was das für Ausländerinnen, die aus der DDR kommen, bedeutet:

1. Der Asylantrag kann gestellt werden.
2. Die Asylsuchenden werden aufgrund von Quotenregelungen auf die Bundesländer verteilt und dort in verschiedenen Städten und Gemeinden untergebracht Sie unterliegen einer Aufenthaltsbeschränkung auf diese Stadt oder Gemeinde, d.h. diese dürfen nicht verlassen werden.
3. Während des Asylverfahrens bis zu einer Dauer von 5 Jahren erhalten die Asylsuchenden keine Arbeitserlaubnis. Sie erhalten Sozialhilfe, teilweise in Form von Sachleistungen. Es besteht der Zwang, in Sammelunterkünften zu leben.
4. Das Asylverfahren endet für diesen Personenkreis in der Regel mit einer Ablehnung, da die Betroffenen aus der DDR kamen und dort als angeworbene ausländische Arbeitskräfte verfolgt waren.
5. Abgelehnte Asylsuchende werden aufgefordert, die BRD zu verlassen. Ihnen droht die Abschiebung in ihre Heimatländer.
6. Die Rückkehr in die DDR ist sehr schwer, da die Heimatregierungen die Asylantragsteller als unerwünschte Personen betrachten, die nicht mehr unter die Vereinbarungen der Regierungsabkommen mit der DDR fallen.

Wir bitten jeden ausländischen Mitbürger, einen solchen Schritt und die damit verbundenen Konsequenzen sehr genau zu durchdenken. Bitte wenden Sie sich an uns, wenn es im Zusammenhang mit Ihrem Aufenthalt oder Ihrer Beschäftigung hier in der DDR Probleme und Fragen gibt Ihre Almuth Berger Ausländerbeauftragte Menschenrecht auf freie Wahl des Wohnsitzes an der DDR-Grenze mit Füssen getreten Während für die Bevölkerung der DDR mittlerweile ganz Europa ohne Visum bereisbar ist, wird das gleiche Recht auf Freizügigkeit mittlerweile den Menschen anderer Länder gesperrt. In den letzten Tagen werden auf Innenminister Diestels Befehl pro Tag hunderte Flüchtlinge aus der Türkei, Rumänien, Bulgarien und Sintis und Romas in der Grenzstadt Bad Schandau aus den Zügen geholt, abgewiesen und in die CSSR abgeschoben. Sie brauchen unsere Solidarität Wir müssen uns schnell etwas einfallen lassen, wie wir den Flüchtlingen bei der freien Wahl ihres Wohn- und Lebensraumes praktisch helfen können. d.t.

Polizei und FDJ schützten Naziopfer vor Selbstverteidigung

– Aus Zeitschrift telegraph, Nr. 8/90 vom 26. April 1990 –

Angehörige der Freie Deutsche Jugend (FDJ) auf den Weltfestspielen der Jugend und Studenten, in Johannesburg 2010
Angehörige der Freien Deutschen Jugend (FDJ) auf den Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Johannesburg 2010, Quelle: Wikimedia

In Dresden organisierte die FDJ (wer ist denn das?) am 18.4.190 ein Konzert mit der westdeutschen Gruppe „Abstürzende Brieftauben“ und anderen. Im Konzertsaal waren 4.000 BesucherInnen. Die Mitglieder der Gruppe „Abstürzende Brieftauben“ ermutigten die BesucherInnen, falls vor dem Saal Faschisten auftauchen sollten, dass alle 4.000 Besucher­innen sofort rausstürmen und die Faschisten verjagen sollten.

Während des Konzerts zogen dann 300 Faschisten vor den Saal. Sofort bildeten plötzlich „FDJ-Ordnungskräfte“ (zahlenmäßig stark vertreten) eine nicht passierbare Kette im Saal vor den Ausgängen und ließen die Besucherinnen nicht raus. Vor dem Saal zogen Polizeieinheiten auf und unterstützten die „FDJ-Ordnungskräfte“ von außen.

Währenddessen warfen die Faschisten Steine und Molotowcocktails durch die Feister in den Saal. Unter den im Saal gefangenen Besucher­innen brach Panik aus, es kam zu Verletzungen und Verbrennungen.

Die Faschisten konnten in Ruhe wieder abziehen.

d.t.

Fotos: Naziüberfall auf besetztes Haus

April 1990: Nach einem Punktspiel des Berliner Fußballklub Dynamo (BFC) greifen Nazi-Hools das besetzte Haus Schönhauser Allee 20/21 an.

Nach ca. 15 Minuten. Greift die Volks Polizei ein. Sie treibt die Menge mit Knüppeln und Hunden auseinander und weiter Richtung Alexanderplatz.

Anschließend riegelt sie die besetzten Häuser kurzzeitig ab.
Fotoquelle: http://telegraph.cc


ALLE FOTOS SIND EIGENTUM DES PRENZELBERG DOKUMENTATION E.V.
Verwendung der Fotos nur mit Genehmigung des Prenzelberg Dokumentation e.V.

Überfälle von Nazi-Skins

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 4/90 vom 22. Februar 1990 –

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Frühjahr 1990: BFC-Hools vor dem besetzten Haus Schönhauser Allee 20/21

In der Nacht von 17. zum 18.2. wurden in Ostberlin von rechtsextremen Jugendlichen in der Choriner Straße ein Punk zusammengeschlagen sowie Scheiben des besetzten Hauses Schönhauser Allee 20 eingeworfen.

Dazu folgender psychologisch interessanter Augenzeugenbericht: „Die ungefähr zwölf ‚Faschos“ verbrachten den Abend im „Choriner Krug“. Als ich mit einem Freund die Gaststätte betrat, war gerade einer von ihnen dabei, unter Beschimpfungen auf einen Punk einzu­schlagen. Daraufhin wurde er vom Wirt hinausgeschmissen.

Zum Gaststättenschluß wurden wir, insgesamt vier Punks, mein Freund und ich, von drei mit Knüppeln und Stahlstangen bewaffneten Faschos erwartet. Sie schienen noch auf den Rest ihrer Gruppe warten zu wollen, folgten uns dann aber mit „Heil Hitler“ und „Sieg Heil“-Gebrülle, Hitlergruß und Gleichschritt. Mit Beschimpfungen und Drohgebärden wollten sie eine Schlägerei provozieren, auf die wir uns aber nicht einließen. Dadurch irritiert, begannen sie zu schubsen und zu schimpfen. Ihre „Bewaffnung“ schien eher rituellen Charakter zu haben; um die Hände frei zu haben, warf der eine seine Stahlstange weg, die ich dann aufhob und über einen Zaun warf. Nun kam so etwas wie ein Gespräch zustande, wenn auch mit Sprüchen wie „Ihr gehört doch vergast“ und „wahrt ihr überhaupt schon im KZ“ unterbrochen.

Inzwischen stieß der Rest der Fascho-Truppe zu uns und ließ sich, durch die Situation mehr oder weniger überrascht, in das Gespräch integrieren. Es km aber wieder zu lauten Ausfällen und Schubsereien von Faschoseite, durch die sich vor allem zwei aus der Grippe hervortaten, jedoch war die Situation so weit entspannt, daß sich einer von ihnen den letzten verbliebenen Knüppel aus der Hand nehmen ließ. Die allgemeine Atmosphäre war aber noch immer unsicher.

Das Ziel des Abends „Plattmachen von Linken“ als „Racheakt“ schien für die Faschos verfehlt. Man wollte zwar noch, fand jedoch keinen Ansatzpunkt und konnte aber auch nicht unverrichteter Dinge nach Hause gehen. Einer von ihnen schlug dann zu. Einer, der die ganze Zeit etwas abseitsstand, der nicht wie die anderen durch Kleidung, Haarschnitt, T-shirt-Aufdruck und Aufnäher auffiel, im Gegenteil, nackenlanges gelocktes Haar und Ohrriqj, Leder- statt Bcmberjacke trug, und sich weder an Brüllerei noch Diskussien beteiligt hatte

Br schlug ungeheuer brutal und gezielt auf den etwas abseits in einem Torweg stehenden Punk ein. Als wir eingreifen wollten, wurden wir von den anderen Faschos, komischerweise aus den Grunde, uns zu schützen, zurückgehalten, einzelne von ihnen wollten selbst dazmschengeben, trauten sich aber vor den eigenen Leuten nicht recht.

Als der Punk dann am Boden lag, versuchten alle noch einmal mit dem Fuß zuzutreten, auch, die sich vorher dagegen gestellt hatten. Dann zogen sie sehr schnell ab. Während wir den Verletzten ins Krankenhaus brachten, begnügten sie sich in der Schönhauser Alle 20, da sie dort niemanden antrafen, mit dem Einwerfen der Scheiben.

Der Punk ist inzwischen aus dem Krankaihaus entlassen worden. Leider hat es in Ostberlin in der Nacht vom 19. zum 20. Februar einen weiterei Vorfall gegeben. Eine Frau vom Linken Dokumentationszentrun und ein Begleiter wurden beim Kleben von Plakaten der Vereinigt» Linken von Hazi-Skins Oberfallen. Die SkLns sprühten CS-Gas in die Gesichter und verprügelten die beiden brutal.

Weiteren Oberfälle gab es in in Hoyerswerda und Jena.  p.s.

Arbeitswochenende der Autonomen Antifa Ostberlin / Pressemitteilung

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 10/89, vom 20. Dezember 1989 –

Vom 15.-17.12.89 führte die Antifa Ostberlin am Rande Berlins ein internes Arbeitswochenende durch. Es wurde über Fragen wie Massenpsychologie des Faschismus, Ursachen von Neofaschismus in der DDR, über Ursachenbeseitigung und Perspektiven sowie die Rolle der Gewalt innerhalb der Gruppe geredet. Die Ergebnisse werden zu einem Arbeits- und Aktionsprogramm zusammengefasst. Es wurde ein arbeitsfähiger Strukturaufbau auf basisdemokratischer Grundlage geschaffen. Erwähnenswert ist, dass während des Wochenendes ein Mitglied des Komitees der Antifaschisten der DDR anwesend war. Die Antifa strebt für die Zukunft eine enge Zusammenarbeit mit allen antifaschistischen und linken Personen, Gruppen, Organisationen und Parteien an.

Ab Januar 1990 wird es in den Räumen der Berliner Kirche von Unten, Elisabethkirchstr. 21, jeden zweiten Sonntag ab 15 Uhr ein von der Antifa-Gruppe ausgerichtetes Info- und Lesecafe geben.

Die Antifa ruft alle antifaschistisch eingestellten Menschen des Landes auf: Bildet antifaschistische Gruppen gegen. Faschismus, Militarismus, Sexismus, Ausländerfeindlichkeit, für Völkerverständigung, Frieden und internationale Solidarität.
d.w.

aus der Zeitschrift telegraph

Die seit 1987 herausgegebene DDR-Oppositionszeitschrift Umweltblätter benannte sich 1989 in telegraph um. Herausgegeben wurden die Umweltblätter von der Ostberliner Umwelt-Bibliothek. Diese war Teil der basisdemokratischen Friedens-, Umwelt- und 3. Welt-Bewegung der DDR. In der Umwelt-Bibliothek versuchten mehrere junge Leute um den Libertären Wolfgang Rüddenklau mit den Umweltblättern dem staatlichen Informationsmonopol eine eigene, kritische Berichterstattung entgegen zu setzen. In der DDR tabuisierte Themen wurden angesprochen, unterdrückte Informationen und Nachrichten weiterverbreitet und den verschiedenen Oppositionsgruppen in der DDR eine Diskussionsplattform geboten.

Durch ein beschleunigtes Informationsaufkommen mit Beginn der „Wende“, im September 1989, stellte sich der zweimonatige Erscheinungsrhythmus der Umweltblätter als zu schwerfällig dar. Ein schnelleres Medium musste her. Die Redakteure der Umweltblätter riefen befreundete Kollegen der Samisdatblätter Friedrichsfelder Feuermelder, Grenzfall, und Antifa-Infoblatt Ostberlin zur Mitarbeit auf. Das war die Geburtsstunde des telegraph. Die Nummer 1 erschien am 10. Oktober 1989, die Jahrgangsnummerierung der Umweltblätter wurde darin fortgeführt. Bis zum Ende des Umbruchs in der DDR war der telegraph einer der wenigen unabhängigen Berichterstatter in dieser Zeit. [weiter lesen …]

 

Erklärung von Mitarbeitern der Antifa-Gruppe der Kirche von Unten zur geplanten Demonstration am 4.11.89

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung telegraph Nr. 6/89, vom 27. Oktober 1989 – Bei den in den letzten Tagen und Wochen durchgeführten unabhängigen Demos mündiger und reformorientiertes Menschen wurden immer wieder Nationalisten gesichtet, die sich einzeln oder in Gruppen den Protestzügen anschlossen. Vereinzelt wurde ihrerseits versucht, mit Deutschland-Rufen oder ähnlichen lautenden Sprechchören Einfluss zu nehmen … „Erklärung von Mitarbeitern der Antifa-Gruppe der Kirche von Unten zur geplanten Demonstration am 4.11.89“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift telegraph, Nr. 7/89, vom 4. November 1989

Demokratische Rechte für Neonazis?

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung telegraph Nr. 7, vom 4. November 1989 – Am Samstag, den 28.10.89, kam es in Berlin nach dem Oberliga-Fußballspiel BFC Dynamo – Dynamo Dresden zu einer Massenschlägerei, die von BFC-Fans unter Führung von ca. 200 Fußball-Skinheads angeführt wurde. Einen Tag später, am 29.10.89, kam es nach dem Bürgergespräch vor dem … „Demokratische Rechte für Neonazis?“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift telegraph, Nr. 7/89, vom 4. November 1989

VEB Stadtwirtschaft Berlin: Nationalistische Propaganda unter Schutz der Bürokratie

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung telegraph Nr. 7, vom 4. November 1989 – An der öffentlichen Wandzeitung des Müllführhofs 3 Berlin-Spindlersfeld erschien am 31.10. ein anonymer Artikel, in dem auf polnische Anfragen auf DDR-Staatsbürgerschaft Bezug genommen wurde, und unter scheinplausiblen Vorwenden Haß gegen Polen und Vietnamesen erzeugt wurde. Schon kurze Zeit darauf hatten 22 Kollegen … „VEB Stadtwirtschaft Berlin: Nationalistische Propaganda unter Schutz der Bürokratie“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift telegraph, Nr.9/89, vom 29. November 1989

Schönhuber pfeift – die Ratten kommen

– aus der DDR-Oppositions-Zeitschrift telegraph, Nr.9/89, vom 29. November 1989 – Als ich am 27. November vor der überfüllten Leipziger Nikolaikirche auf Freunde und die Demo wartete, wunderte es mich, hinter den Fenstern der Küsterei eine riesige Deutschlandfahne zu sehen. Nebenbei erfahre ich, daß der IGL (Initiativgruppe Leben) die Gestaltung des heutigen Friedensgebetes verwehrt wurde, … „Schönhuber pfeift – die Ratten kommen“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift telegraph, Nr.8/89, vom 16. November 1989

Auch in Schulen bereits Neofaschistische Gesinnung

Eine farbige DDR-Bürgerin berichtet – aus DDR-Oppositions-Zeitschrift telegraph, Nr.8/89, vom 16. November 1989 – Am Ende einer Veranstaltung im Berliner Jugendclub „jojo“ hatten wir am 26. Oktober eine unangenehme Begegnung mit mehreren anscheinend überwiegend nationalistischen Schulklassen. Zwei Freunde und ich wurden von den Schülern umringt, die uns mit Beschimpfungen unmißverständlich neofaschistischen Charakters überhäuften. Ich war … „Auch in Schulen bereits Neofaschistische Gesinnung“ weiterlesen

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Die Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am 24. Juni 1990

Die Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am 24. Juni 1990, Teil1

– erschienen in der Zeitschrift telegraph, Nr. 12/90, vom 10. Juli 1990 – Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg Zu der in Presse und Rundfunk vielfältig kommentierten antifaschistischen Demonstration im Ostberliner Stadtbezirk Lichtenberg hatte ein breites Spektrum von vielen autonomen Gruppen in Ost- und Westberlin, über besetzte Häuser, UFV, Vereinigte Linke, Teilen des Neuen Forums, der Umwelt-Bibliothek, … „Die Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am 24. Juni 1990, Teil1“ weiterlesen

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Die Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am 24. Juni 1990

Die Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am 24. Juni 1990, Teil2

– erschienen in der Zeitschrift telegraph, Nr. 13/90, vom 6. August 1990 – Ein denkwürdiges Dokument Fraktion der CDU                      Datum der Tagung der Stadtbezirksversammlung           9. Juli 1990 Berlin-Lichtenberg Antrag der CDU Fraktion Betr.: Beschluss zur Einleitung notwendiger Massnahmen gegen den Radika­lismus im Stadtbezirk Berlin-Lichtenberg Die Stadtbezirksversammlung wolle beschliessen: (Auszug) 3. Die Stadtbezirksversammlung ersucht den Stadtrat … „Die Antifaschistische Demonstration in Berlin-Lichtenberg, am 24. Juni 1990, Teil2“ weiterlesen

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Neubeginn – Arbeitskreis für deutsch-alternative Politik, oder ein weiterer Schritt zur neuen rechten Sammlungsbewegung

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 16/90, vom 23. November 1990 – Wurde bereits im telegraph 14 versucht, den Filz der neuen faschistischen Organisationen, mit dem Schwerpunkt internationale Kontakte offenzulegen und in diesem Zusammenhang die Verstrickung der Nationalen Alternative näher zu beleuchten, so soll es hier um die Neuorganisierung der neofaschistischen Gruppen in Deutschland, deren Zusammmenarbeit mit … „Neubeginn – Arbeitskreis für deutsch-alternative Politik, oder ein weiterer Schritt zur neuen rechten Sammlungsbewegung“ weiterlesen

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Antifaschistischer Sommerkalender

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 13/90, vom 8. August 1990 – Das sogenannte „Sommerloch“ fällt in diesem Jahr für die Antifa-Bewegung aus. Am 9.8. beginnt die Fußball-Bundesliga in Berlin mit dem Spiel Herta BSC 19 gegen FC St. Pauli. Die Besonderheit dabei ist, dass Herta einen mehrere hundert Personen starken Fascho-Anhang hat, St. Paulis Fans dagegen … „Antifaschistischer Sommerkalender“ weiterlesen

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Romanische Flüchtlinge auf den Berliner Ostbahnhof, 1990

Rassistische Polizei

– Aus Zeitschrift telegraph, Nr. 13/90, vom 6. August 1990 – Berlin/Ost – Hauptbahnhof, in der Nacht vom Samstag zu Sonntag (28729. Juli), in den Zeit zwischen 22 und 1 Uhr, greifen 6 Faschisten die im Bahnhof kampierenden bulgarischen und rumänischen Flüchtlinge an. Daraufhin ziehen starke Polizeikräfte mit Helm,Schild, Knüppeln und Hunden im Bahnhofsfoyer auf. … „Rassistische Polizei“ weiterlesen

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Ausländerhass in der DDR unbekannt

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 13/90, vom 6. August 1990 – Information des Unabhängigen Kontakttelefons Ostberlin: Vom 6. bis 8. Juli war ein Antifa-Seminar geplant, an dem sich in Westberlin lebende jugoslawische, türkische, bulgarische, palästinensische und deutsche Jugendliche mit Jugendlichen aus der DDR austauschen wollten. Das Treffen fand in der Jugendherberge „Kiefert“ in Berlin-Grünau statt. … „Ausländerhass in der DDR unbekannt“ weiterlesen

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Frühjahr 1990: BFC-Hools vor dem besetzten Haus Schönhauser Allee 20/21

Pfingsten in Ostberlin – Neue Überfälle von Nazis und Hooligans

– Aus Zeitschrift telegraph, Nr. 11/90, vom 18. Juni 1990 – Zu Pfingsten waren Faschisten-Aktivitäten in Ostberlin angekündigt. An diesem Wochenende lief das letzte Fußballspiel der Saison, das Pokalendspiel Schwerin-Dresden. Es waren Gerüchte im Umlauf, die sich auf zwei bestehende Häusergruppen bezogen. Natürlich überhaupt kein Grund für die anderen besetzten Projekte, ruhig abzuwarten. Und dass … „Pfingsten in Ostberlin – Neue Überfälle von Nazis und Hooligans“ weiterlesen

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April 1990: Vietnamesinnen versuchen vergeblich die Berliner Mauer zu Oberwinden

Zur Situation von Flüchtlingen in der DDR

– Aus Zeitschrift telegraph, Nr. 12/90, vom 10. Juli 1990 – Kaum dass unser kleines Land seine Grenzen nach außen öffnet, werden bereits die ersten Maßnahmen zur Abschottung für unerwünschte Zuwanderer, Ärmere Nachbarn und andere Eindringlinge getroffen Die Visumsfreiheit soll lediglich für Menschen aus Ungarn und der CSFR bestehen bleiben, eine Einladung vorweisen müssen Menschen … „Zur Situation von Flüchtlingen in der DDR“ weiterlesen

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Im Vordergrund: 4 Mitglieder der Ost-Republikaner, am 30. Januar 1990 auf dem Alexanderplatz

Rechte Gruppen unterstützen Gesinnungsgenossen in der DDR

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 12/90, vom 10. Juli 1990 – Die Aktuelle Kamera des DDR-Fernsehens meldete in diesen Tagen, dass nach Angaben des Republikanerchefs Schönhuber die BRD-Republikaner gegenwärtig tonnenweise Material in die DDR schicken, wo sie über intakte Gruppen verfügen und Dutzende Aufnahmen durchführen. Die Westberliner TAZ berichtet über einen mit „Untergrundbewegung Republikaner“ unterzeichneten … „Rechte Gruppen unterstützen Gesinnungsgenossen in der DDR“ weiterlesen

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Leipzig, DHfK, Turnhalle, ausländische Studenten

Cuba libre – Zur Situation kubanischer StudentInnen in der DDR

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 12/90, vom 10. Juli 1990 – Vertreter der kubanischen Botschaft in der DDR machten sich im Mai auf den Weg, um ihren Studentinnen zu erklären, dass der Aufenthalt in der DDR aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich ist. Reisekosten und Stipendienzuschläge könnten nicht in Devisen aufgebracht werden. Das klingt im … „Cuba libre – Zur Situation kubanischer StudentInnen in der DDR“ weiterlesen

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Ausländerfeindlichkeit und Rassismus

– aus INKOTA-BRIEF Nr. 11/90 und Zeitschrift telegraph, Nr. 12, vom 10. Juli 1990 – Die Ereignisse der letzten Tage hier in Hoyerswerda veranlassen mich, Ihnen zuschreiben. Schon vor 2 Wochen musste ich im Omnibus von Spremberg nach Hoyerswerda Rassenhass erleben. Ein Mocambiquaner wurde von einem deutschen Jungen Mann, der sich neben Ihn setzte, diskriminiert … „Ausländerfeindlichkeit und Rassismus“ weiterlesen

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Asylantrag in der BRD kann Abschiebung ins Heimatland bedeuten

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 10/90, vom 31. Mai 1990 – Erklärung der Ausländerbeauftragten des Berliner Runden Tisches Seit der Öffnung der Grenzen zwischen der DDR und der BRD haben viele Ausländerinnen, die in der DDR auf der Grundlage von Regierungsabkommen gearbeitet haben, die DDR verlassen und in Westberlin oder in der BRD einen Asylantrag … „Asylantrag in der BRD kann Abschiebung ins Heimatland bedeuten“ weiterlesen

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Angehörige der Freie Deutsche Jugend (FDJ) auf den Weltfestspielen der Jugend und Studenten, in Johannesburg 2010

Polizei und FDJ schützten Naziopfer vor Selbstverteidigung

– Aus Zeitschrift telegraph, Nr. 8/90 vom 26. April 1990 – In Dresden organisierte die FDJ (wer ist denn das?) am 18.4.190 ein Konzert mit der westdeutschen Gruppe „Abstürzende Brieftauben“ und anderen. Im Konzertsaal waren 4.000 BesucherInnen. Die Mitglieder der Gruppe „Abstürzende Brieftauben“ ermutigten die BesucherInnen, falls vor dem Saal Faschisten auftauchen sollten, dass alle 4.000 … „Polizei und FDJ schützten Naziopfer vor Selbstverteidigung“ weiterlesen

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Frühjahr 1990: BFC-Hools vor dem besetzten Haus Schönhauser Allee 20/21

Überfälle von Nazi-Skins

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 4/90 vom 22. Februar 1990 – In der Nacht von 17. zum 18.2. wurden in Ostberlin von rechtsextremen Jugendlichen in der Choriner Straße ein Punk zusammengeschlagen sowie Scheiben des besetzten Hauses Schönhauser Allee 20 eingeworfen. Dazu folgender psychologisch interessanter Augenzeugenbericht: „Die ungefähr zwölf ‚Faschos“ verbrachten den Abend im „Choriner Krug“. … „Überfälle von Nazi-Skins“ weiterlesen

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Arbeitswochenende der Autonomen Antifa Ostberlin / Pressemitteilung

– aus Zeitschrift telegraph, Nr. 10/89, vom 20. Dezember 1989 – Vom 15.-17.12.89 führte die Antifa Ostberlin am Rande Berlins ein internes Arbeitswochenende durch. Es wurde über Fragen wie Massenpsychologie des Faschismus, Ursachen von Neofaschismus in der DDR, über Ursachenbeseitigung und Perspektiven sowie die Rolle der Gewalt innerhalb der Gruppe geredet. Die Ergebnisse werden zu … „Arbeitswochenende der Autonomen Antifa Ostberlin / Pressemitteilung“ weiterlesen

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aus der Zeitschrift telegraph

Die seit 1987 herausgegebene DDR-Oppositionszeitschrift Umweltblätter benannte sich 1989 in telegraph um. Herausgegeben wurden die Umweltblätter von der Ostberliner Umwelt-Bibliothek. Diese war Teil der basisdemokratischen Friedens-, Umwelt- und 3. Welt-Bewegung der DDR. In der Umwelt-Bibliothek versuchten mehrere junge Leute um den Libertären Wolfgang Rüddenklau mit den Umweltblättern dem staatlichen Informationsmonopol eine eigene, kritische Berichterstattung entgegen … „aus der Zeitschrift telegraph“ weiterlesen

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aus der Zeitschrift Umweltblätter

Der Vorläufer der seit Herbst 1989 erscheinenden Zeitschrift telegraph war die seit 1986 von der Berliner Umwelt-Bibliothek (UB) herausgegebene DDR-Oppositionszeitschrift Umweltblätter. Die Umweltblätter behandelten Themen, die in den staatlichen Medien nicht vorkamen. Dazu gehörten der Umweltschutz, die Verletzung von Menschen- und Bürgerrechten, die Friedensbewegung und Aktionen befreundeter linker Gruppen in der BRD und Westberlin und anderen Ländern. Darüber hinaus wurde ausführlich über die Aktivitäten der Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen und deren Konflikte mit Staat und Kirche informiert. Somit trug das Blatt wesentlich dazu bei, dass sich die DDR-Opposition stärker untereinander vernetzte. [mehr dazu lesen …]

 

Umweltblätter vom Dezember 1988

Kommentar: Die Gedenkfeiern zur NS-Pogromnacht – Ein Musterbeispiel staatlicher Geschichtsaufarbeitung

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom Dezember 1988 – Allerorts und auf Anweisung der Staats- und Parteiführung der DDR wird der Opfer der Pogromnacht vorn 9./10. November 1933 gegenwärtig gedacht. Es finden zahlreiche Kolloquien, Tagungen und sogar eine Volkskammersitzung zu diesem Thema statt. Dazu wäre an sich nichts einzuwenden, würde nicht das Kampagnenhafte und … „Kommentar: Die Gedenkfeiern zur NS-Pogromnacht – Ein Musterbeispiel staatlicher Geschichtsaufarbeitung“ weiterlesen

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Umweltblätter vom Dezember 1988

Kommentar: Die Gedenkfeiern zur NS-Pogromnacht – Ein Musterbeispiel staatlicher Geschichtsaufarbeitung

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom Dezember 1988 – Allerorts und auf Anweisung der Staats- und Parteiführung der DDR wird der Opfer der Pogromnacht vorn 9./10. November 1933 gegenwärtig gedacht. Es finden zahlreiche Kolloquien, Tagungen und sogar eine Volkskammersitzung zu diesem Thema statt. Dazu wäre an sich nichts einzuwenden, würde nicht das Kampagnenhafte und … „Kommentar: Die Gedenkfeiern zur NS-Pogromnacht – Ein Musterbeispiel staatlicher Geschichtsaufarbeitung“ weiterlesen

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Umweltblätter vom Mai 1989

Behördlicher Antifaschismus

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom Mai 1989 – Die Antipathie staatlicher Stellen gegen Punks dürfte bekannt sein. Dass deren antinazistische Haltung (zumindest in Einzelfällen, wie der folgenden) ebenfalls reglementiert wird, ist ein recht trauriger Beleg für den – offiziell so oft beteuerten – Antifaschismus unseres Staates. Ein wirklicher, d.h. ein Antifaschismus von Unten, … „Behördlicher Antifaschismus“ weiterlesen

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Umweltblätter vom Mai 1989

Kaum Ausschreitungen zum lOO. Hitler-Geburtstag

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom Mai 1989 – Entgegen vielfältigen Ankündigungen geschah zum 100. Geburtstag des Braunauer Volksverführers wenig. Groß angekündigte Nazi-Skin-Treffen in Potsdam und Eberswalde fanden nicht statt. Stattdessen gab es gewaltige Polizei- und Stasiaufgebote. In Ermangelung von Neonazis wurden von ihnen Anti- Nazis, die in Potsdam demonstrieren wollten, aus den Zügen … „Kaum Ausschreitungen zum lOO. Hitler-Geburtstag“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift Umweltblätter, vom 27. September 1989

Letzter Stand zum geplanten Antifa-Marsch 11.10.1989

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom 27. September 1989 – Kommissarische Entscheidung zum geplanten Antifa-Marsch Sachsenhausen – Schwerin vom 11. bis 15. Oktober Angesichts einer neuen Situation – ausgelöst durch die Absage des Antifa – Marschs durch die FDJ – sehen wir uns gezwungen, diesen Marsch in eigener Organisation durchzuführen. Wir sehen uns jedoch … „Letzter Stand zum geplanten Antifa-Marsch 11.10.1989“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift Umweltblätter, vom 27. September 1989

Aufruf der ANTIFA – Kirche von Unten

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom 27. September 1989 – An alle antifaschistisch eingestellten Menschen der DDR 1989, 50 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs und 44 Jahre nach Zerschlagung der Hitler-Diktatur ist der Faschismus noch immer eine traurige Tatsache. Im Oktober führte die FDJ einen antifaschistischen Jugendmarsch durch, unter Beteiligung antifaschistischer Kräfte anderer … „Aufruf der ANTIFA – Kirche von Unten“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift Umweltblätter, vom 27. September 1989

Neonazistische und nationalistische Aktivitäten

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom 27. September 1989 – Internen SED-Informationen zufolge wurden im August in Wolgast 11 Neonazis verhaftet. Sie sind Teil einer Organisation, die den Namen einer SS-Division trug. Die Mitglieder der Gruppe sind zwischen 16 und 38 Jahre alt, darunter angesehene Bürger der Stadt, Lehrer und Beamte. Die neonazistische Gruppe … „Neonazistische und nationalistische Aktivitäten“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift Umweltblätter, vom 27. September 1989

Auch zur offiziellen Demo mußt du Zeit mitbringen

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom 27. September 1989 – Zur offiziellen Demonstration zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors und Kampftag gegen Faschismus, und imperialistischen Krieg am 10.9.1989 auf dem August- Bebel-Platz in Berlin oder Auch zur offiziellen Demo mußt du Zeit mitbringen Aus Anlaß desselben entschlossen wir, 6 dynamische junge … „Auch zur offiziellen Demo mußt du Zeit mitbringen“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift Umweltblätter, vom 27. September 1989

Eine Notiz zu den Arbeitern aus Vietnam

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom 27. September 1989 – Im Porzellanwerk Colditz arbeiten sehr viele Vietnamesen, denen es nicht leicht gemacht wird, Deutsch zu lernen, weil Kontakte zu den Deutschen unerwünscht sind und aufgrund dessen nur einige Vietnamesen als Dolmetscher die Vermittlung zwischen den verschiedensprachigen Arbeitern übernehmen müssen. Diese Übersetzer werden allerdings in … „Eine Notiz zu den Arbeitern aus Vietnam“ weiterlesen

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Deckblatt der DDR-Oppositions-Zeitschrift Umweltblätter, vom 27. September 1989

Zum Problem ausländischer Arbeiter in der DDR

– aus der linken DDR-Oppositions-Zeitung Umweltblätter, vom 27. September 1989 – Im Braunkohlenkombinat Bitterfeld (BBK) arbeiten verhältnismäßig viele Mocambiquaner, im Betriebs¬teil Delitzsch-Südwest (DSW) sind beispielsweise rund 170 im 4-Schichtsystem beschäftigt. Im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen bekommen sie keinen Bergbauerschwerniszuschlag und keine Jahresendprämie, obwohl sie dieselbe Arbeit verrichten und keine Gammelpausen einlegen dürfen, wie das … „Zum Problem ausländischer Arbeiter in der DDR“ weiterlesen

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aus der Zeitschrift Umweltblätter

Der Vorläufer der seit Herbst 1989 erscheinenden Zeitschrift telegraph war die seit 1986 von der Berliner Umwelt-Bibliothek (UB) herausgegebene DDR-Oppositionszeitschrift Umweltblätter. Die Umweltblätter behandelten Themen, die in den staatlichen Medien nicht vorkamen. Dazu gehörten der Umweltschutz, die Verletzung von Menschen- und Bürgerrechten, die Friedensbewegung und Aktionen befreundeter linker Gruppen in der BRD und Westberlin und … „aus der Zeitschrift Umweltblätter“ weiterlesen

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