Antifa-Ausschüsse in der DDR



Antifa-Ausschüsse und ihre Zerschlagung in der SBZ/DDR

von Dietmar Wolf, erschienen im telegraph – Ostdeutsche Zeitung Nr. 3/4 1998

Unmittelbar vor bzw. nach dem Einmarsch der alliierten Truppen in Deutschland und der Zerschlagung des Dritten Reiches entfalteten antifaschistische Kräfte in Deutschland eine sprunghaft gesteigerte Aktivität. In nahezu allen Städten der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), vor allem in den industriellen Ballungsgebieten im Südteil der Zone und im Berliner Raum, entstanden Antifaschistische Ausschüsse mit einer zum Teil beträchtlichen Mitgliederzahl.
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Die späte Heimkehr des Robert Zeiler

Erlebnisbericht, erschienen in der DDR-Zeitschrift „Antifaschgistischer Widerstandskämpfer“ Nr. 12/89

Der Tag der Selbstbefreiung der Häftlinge vom Konzenrationslager Buchenwald (KL BU), am II. April 1945, bleibt jedem unvergessen, der diesen Tag miterlebt hat. Die ersten vom Norden einrückenden Amerikaner, Panzer des Generals Patton, Soldaten der vordersten Linie, hatten weinen müssen, als sie die großen Leichenhaufen von verhungerten Menschen sahen, die vom Tag und Nacht im Einsatz befindlichen Krematorium nicht "verarbeitet" werden konnten. Ich habe selbst, als Häftling Nr. 19999, viele von kampferprobten Frontsoldaten durch das Lager, speziell zum Krematorium geführt. Der bestialische Leichengeruch und der Geschmack der schwelenden Hügel von altem Schuhwerk verfolgt einen manchmal heute noch.
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Hohen Neuendorf

Aus den Erinnerungen von Zeitzeugen

Das kleine Ort im Norden von Berlin war mit beginn der Naziherrschaft ein aktiver Hort Sozialdemokratischen und kommunistischen Widerstands. Die Widerstandsgruppe "Nordbahn" unter Führung des Sozialdemokraten Otto Scharfschwert wirke in der ganzen Region bis in den Norden Berlins. Nach ihrer Zerschlagung 1937 und der Verhaftung und Verurteilung von 40 Aktiven Leuten lebte der Widerstand in Hohen Neuendorf weiter. Dieser Widerstand mündete im April 1945 in der Selbstbefreiung durch eine Widerstandsgruppe die aus Kommunisten, Sozialdemokraten aber auch Parteilosen bestand.
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Kurt Noack

Vom Tod eines Antifaschisten

Nach der Machtübertragung an die Nazis kommt es unter Leitung der Hohen Neundorfer Sozialdemokraten Otto Scharfscherdt zum Aufbau einer Widerstandsgruppe. Wahrscheinlich Ende 1933/1934 wird Kontakt zur Widerstandsgruppe um den ehemaligen Major der preußischen Schutzpolizei Karl Heinrich aufgenommen, die sich aus Mitgliedern des 1933 verbotenen "Reichsbanners", einer überparteilichen Republikschutztruppe, zusammensetzte. Damit umfaßt die Widerstandsgruppe "Nordbahn" u.a. die Ortschaften Hammer, Liebenwalde, Hohen Neuendorf, Bergfelde Birkenwerder, und reicht bis nach Ladeburg bei Bernau und in den Norden Berlins hinein. Zur Leitung der Gruppe gehören neben Otto Scharfschwerdt, Hermann Schlimmer (Berlin), Erich Hahn (Birkenwerder), Erich Wienig (Birkenwerder) und Kurt Noack (Hohen Neuendorf).
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